Sekundarschule Warburg Teilstandort Borgentreich
Die Städte Warburg und Borgentreich haben am 31. Oktober einen Antrag bei der Bezirksregierung Detmold gestellt, um gemeinsam eine Sekundarschule zum 01.08.2013 zu errichten. In Warburg wird der Hauptstandort mit 3 bis 4 Klassen und in Borgentreich wird ein Teilstandort mit 2 Klassen errichtet werden.
Die Sekundarschule Warburg und Borgentreich hat nicht nur einen anderen Namen als die bisherigen Schulen, sie unterscheidet sich inhaltlich auch wesentlich von den bisherigen Schulen in den beiden Städten.
Für die Sekundarschule wurde ein umfangreiches pädagogischen Konzept durch eine Arbeitsgruppe von Lehrkräften von der Haupt- und Realschule Warburg und der Verbundschule Borgentreich unter Beteiligung der Städte Warburg und Borgentreich erstellt. Durch den schulfachlichen Dezernenten der Bezirksregierung Detmold wurde das pädagogische Konzept bereits bewertet und als sehr gut beurteilt. Im Rahmen der Konzepterstellung wurden Anregungen und Ideen von bereits bestehenden Sekundarschulen sowie von benachbarten Gesamtschulen eingeholt und in das Konzept eingearbeitet.
Die Sekundarschule ist somit vergleichbar mit einer Gesamtschule. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Sekundarschule keine eigene Oberstufe hat. Da aber bereits an der Sekundarschule die gymnasialen Standards zur Erreichung eines Abiturs oder Fachabiturs vermittelt werden, wurden Kooperationen mit allen Warburger Gymnasien und den Berufskollegs abgeschlossen, die es den Schülern der Sekundarschule ermöglichen werden, problemlos in die dortigen Oberstufen bzw. zum Berufskolleg zu wechseln. Selbstverständlich kann nach der Klasse 10 an der Sekundarschule Borgentreich beispielsweise eine gymnasiale Oberstufe in Brakel oder Beverungen besucht werden.
Um die Anforderungen für die gymnasiale Oberstufe kennen zu lernen, wird insbesondere in den Hauptfächern eine enge Zusammenarbeit zwischen der Sekundarschule und den Gymnasien und den Berufskollegs erfolgen. Der Vorteil der Sekundarschule ist zudem, dass man das Abitur nach 9 Jahren (G9) erreichen kann. An den herkömmlichen Gymnasien wird das Abitur nach 8 Jahren (G8) absolviert, mit der Folge, dass die Schülerinnen und Schüler dort stärker unter einem Leistungsdruck stehen als an einer Sekundarschule.
Die Lehrkräfte für die neue Sekundarschule am Teilstandort Borgentreich müssen sich speziell für diese Schule bewerben. Ein Drittel dieser Lehrkräfte müssen die Befähigung für die Sekundarstufe I am Gymnasium haben.
Die Sekundarschule ist eine Ganztagsschule. Das heißt, an drei Schultagen wird verpflichtend nachmittags Unterricht erteilt. Doch bereits um 15.05 Uhr ist der Nachmittagsunterricht beendet. Die für den Nachmittagsunterricht vorgesehenen Tage werden der Montag, Mittwoch sowie der Donnerstag sein. Am Dienstag und Freitag findet kein Nachmittagsunterricht statt. Die Schüler können jedoch an diesen Tagen an einer Arbeitsgemeinschaft oder einem anderen pädagogischen Betreuungsangebot angemeldet werden, wenn dies gewünscht ist. Auch an den Nachmittagen mit Unterricht kann über das Unterrichtsende um 15.05 Uhr hinaus eine Teilnahme an einer Betreuung erfolgen.
An einer Ganztagsschule, wie dies die Sekundarschule ist, dürfen generell keine Hausaufgaben aufgegeben werden. Stattdessen hat die Sekundarschule als Ganztagsschule einen um 20 Prozent höheren Lehrerstellenanteil, so dass zusätzliche Lehrkräfte für Unterstützungs- und Förderunterricht von schwächeren, aber auch für stärkere Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stehen werden.
Im Schulzentrum Borgentreich ist eine moderne Mensa vorhanden, in der die Schülerinnen und Schüler in der einstündigen Mittagspause zu einem angemessen Betrag ein gesundes Mittagsessen erwerben können.
Der Schülertransport wird aufgrund der neuen Unterrichtszeiten mit den entsprechenden Busunternehmen derart koordiniert, dass eine zuverlässige Beförderung in die Ortsteile jederzeit garantiert ist. Darüber hinaus gilt für den Teilstandort Borgentreich, dass kein Schüler an den Hauptstandort in Warburg gefahren werden wird. Es gilt der Grundsatz, dass gegebenenfalls die Lehrkräfte zwischen den Standorten pendeln werden, nicht aber die Schüler.
Die Stadt Borgentreich hat die hohen Anforderungen der Bezirksregierung zum Betrieb einer Sekundarschule ab dem Schuljahr 2013/14 erfüllt und hofft nun, dass sich möglichst viele Grundschülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Grundschulen an der Sekundarschule in Borgentreich anmelden werden. Selbstverständlich wird die Stadt Borgentreich es begrüßen, wenn auch Schülerinnen und Schüler aus dem Stadtbezirk Eissen sich an dieser neuen Schule anmelden würden.
Die Anmeldung zur Sekundarschule am Teilstandort Borgentreich erfolgt in der Zeit vom 04. bis 08.02.2013 in Borgentreich. Es müssen mindestens 50 Schülerinnen und Schüler für das Schuljahr 2013/14 in Borgentreich angemeldet werden, damit die Orgelstadt Borgentreich die Genehmigung zum Errichtung der Sekundarschule am Teilstandort bekommt.
Die Verbundschule Borgentreich wird ab dem 01.08.2013 mit den verbleibenden Klassen 6 bis 10 fortgeführt. Das heißt, dass jedes Kind, welches an der Bördelandschule eingeschult wurde, dort auch seinen Schulabschluss machen kann. Die Verbundschule nimmt somit in der Folge in jedem Jahr um einen Schülerjahrgang ab und die Sekundarschule wird zugleich um einen weiteren Jahrgang wachsen.
Die Sekundarschule am Teilstandort Borgentreich ist nicht nur eine Fortentwicklung der bisherigen Verbundschule, sie ist zugleich die einzige verbleibende Möglichkeit, eine weiterführende Schule für alle Kinder in Borgentreich bereitzustellen.
„Gemeinsam für das Leben lernen“, so lautet das Leitziel der Sekundarschule Warburg mit Teilstandort in Borgentreich. Für Borgentreich gilt darüber hinaus: Gemeinsam für die Sekundarschule, damit die Schule im Ort bleibt!
