Balkonkraftwerk - das Wichtigste
Ein Balkonkraftwerk auch Stecker-Solar-Anlage genannt ist eine kleine Solaranlage, die beispielsweise am Balkon, an der Hauswand, Carport. auf der Terrasse oder auf dem Dach angebracht werden kann. Die Solarmodule erzeugen Strom aus Sonnenlicht. Ein Wechselrichter wandelt diesen in nutzbaren Haushaltsstrom um.
Der erzeugte Strom wird zuerst von den Elektrogeräten im Haushalt verbraucht. Dadurch muss weniger Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden und die Stromkosten sinken. Wird mehr Strom erzeugt, als im Haushalt verbraucht wird, wird der Überschuss ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Für diesen eingespeisten Strom erhält man bei einem Balkonkraftwerk in der Regel keine Einspeisevergütung, da die Anlage üblicherweise ohne Vergütungsanspruch betrieben wird. Ein alter, rückwärtslaufender Stromzähler kann dabei vorübergehend rückwärts laufen. Dies ist bei Steckersolargeräten gesetzlich übergangsweise geduldet, bis der Zähler ausgetauscht wird. Ein moderner Zweirichtungszähler erfasst dagegen den Strombezug und die Einspeisung getrennt.
2. Leistung und Stromertrag
- Die maximale Einspeiseleistung des Wechselrichters beträgt 800 Watt.
- Die installierte Leistung der Solarmodule darf insgesamt bis zu 2.000 Watt betragen, abhängig von der Anschlussart.
- Ein 800-Watt-Balkonkraftwerk kann bei günstigen Bedingungen etwa 600 bis 900 kWh Strom pro Jahr erzeugen.
- Wie viel Strom tatsächlich produziert wird, hängt von der Sonneneinstrahlung, der Ausrichtung, dem Neigungswinkel und der Verschattung ab.
Optimal ist eine Ausrichtung nach Süden mit einem Neigungswinkel von etwa 30 bis 40 Grad. Auch eine Ausrichtung nach Osten oder Westen kann sinnvoll sein.
3. Kosten und Ersparnis
- Anschaffung ohne Speicher: etwa 250–500 Euro für ein typisches Set mit zwei Solarmodulen.
- Anschaffung mit Speicher: ab etwa 700 Euro; je nach Leistung und Speicherkapazität auch deutlich mehr.
- Mögliche jährliche Ersparnis: bis zu etwa 300 Euro bei hohem Eigenverbrauch und einem Strompreis von 35 Cent/kWh.
Die Amortisation kann bei günstigen Anschaffungskosten und hohem Eigenverbrauch nach etwa drei bis fünf Jahren erreicht werden. Entscheidend ist, wie viel des erzeugten Stroms direkt im Haushalt verbraucht werden kann. Ein Speicher ermöglicht es, Solarstrom auch abends zu nutzen, verursacht jedoch zusätzliche Kosten.
4. Wann lohnt sich ein Balkonkraftwerk?
Ein Balkonkraftwerk lohnt sich besonders, wenn:
- der Standort möglichst sonnig und wenig verschattet ist,
- tagsüber regelmäßig Strom verbraucht wird,
- die Anschaffungskosten niedrig sind,
- ein möglichst großer Teil des erzeugten Stroms selbst genutzt wird.
Bei guter Ausrichtung kann die Anlage etwa 10 bis 20 Prozent des jährlichen Strombedarfs eines Haushalts decken.
5. Installation und gesetzliche Regeln
- Anmeldung: Die Anlage muss im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Eine separate Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr erforderlich.
- Steckdose: Ein Schuko-Stecker ist unter den geltenden Sicherheitsbedingungen zulässig. Die Anschlussart und die Modulleistung müssen zusammenpassen.
- Vier Solarmodule: Die maximal zulässige Einspeiseleistung des Wechselrichters ist auf 800 Watt begrenzt. Die maximal zulässige installierte Gesamtmodulleistung beträgt 2.000 Watt-Peak (Wp).
- Mietwohnung: Mieterinnen und Mieter haben grundsätzlich einen Anspruch auf Zustimmung zur Installation. Vermieter dürfen jedoch bei der konkreten Montage mitreden und können sie bei triftigen Gründen ablehnen.
- Montage: Die Anlage kann grundsätzlich selbst installiert werden. Sie muss aber sicher befestigt und elektrisch sicher angeschlossen sein.
- Wartung: Die Module sind weitgehend wartungsarm. Eine Reinigung mindestens einmal jährlich ist sinnvoll.
6. Versicherung und Förderung
- Eine Hausratversicherung kann Schäden durch Sturm, Hagel oder Feuer abdecken.
- Die private Haftpflichtversicherung kann relevant sein, wenn sich beispielsweise ein Modul löst und fremdes Eigentum beschädigt.
- Die Orgelstadt Borgentreich bietet derzeit keine Förderung für Balkonkraftwerke an, da die Anschaffungskosten für solche Anlagen inzwischen so niedrig sind, dass eine zusätzliche Förderung nur noch einen geringen finanziellen Anreiz schaffen würde.
- Für Solaranlagen und zugehörige Komponenten gilt beim Kauf durch Privathaushalte unter den gesetzlichen Voraussetzungen weiterhin ein Mehrwertsteuersatz von 0 Prozent.
Fazit
Ein Balkonkraftwerk ist eine vergleichsweise günstige Möglichkeit, selbst Strom zu erzeugen und die Stromrechnung zu senken. Besonders attraktiv ist es für Haushalte, die tagsüber Strom verbrauchen und einen sonnigen Montageplatz haben. Vor dem Kauf sollte man die tatsächliche Sonneneinstrahlung, die Befestigungsmöglichkeiten, die Anschlussbedingungen und mögliche Förderungen prüfen.
